Verbundprojekt „Exportorientierte Forschung und Entwicklung im Bereich Abwasser – Validierung an technischen Anlagen“ (EXPOVAL)

Kläranlage in China (Foto: IWAR)Erweiterung der deutschen Bemessungsregeln für Abwasseranlagen

Die in Deutschland langjährig bewährten Bemessungsregeln für Abwasseranlagen sind ausgerichtet auf die hier vorherrschenden Randbedingungen. Für Anwendungen im Ausland ist daher häufig eine Anpassung der Bemessungsansätze an die dortigen abwassertechnischen und klimatischen Verhältnisse notwendig.

Diese Aufgabe greift das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Verbundprojekt „Exportorientierte Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet Abwasser – Validierung an technischen Anlagen (EXPOVAL)“ auf. Das Projekt hatte die Erweiterung der Bemessungsvorschriften, wie sie beispielsweise im DWA-Regelwerk festlegt sind, für die Randbedingungen in anderen Ländern zum Ziel. Dies betrifft insbesondere höhere und niedrigere Abwassertemperaturen (5 – 30 °C) sowie erhöhte Salzgehalte (bis 10 g/l). Daneben wurden spezifische Fragestellungen zu einzelnen Abwasserbehandlungsverfahren untersucht.

Weltweite Untersuchungen für Verfahren der kommunalen Abwasserbehandlung

Der Untersuchungsschwerpunkt lag dabei auf international gängigen Verfahren der kommunalen Abwasserreinigung, wie z. B. Belebungsverfahren, Tropfkörperverfahren, Anaerobverfahren und Abwasserteichen. Neben der Auslegung dieser Verfahren wurden Fragen der Belüftungstechnik, die Behandlung von Klärschlämmen und die Abwasserdesinfektion betrachtet.

Anaerobanlage in Brasilien (Foto: Fuhrmann)

Erweiterung und Validierung von Bemessungsregeln für die internationale Anwendung

Die entwickelten Bemessungsregeln sind anwendungsorientiert an großtechnischen Anlagen validiert und konkrete Praxisempfehlungen zu Auslegung und Betrieb sind abgeleitet worden. Zu Vergleichszwecken und für spezielle Fragestellungen wurden ergänzende Untersuchungen an klein- und halbtechnischen Versuchsanlagen durchgeführt. Die Untersuchungen fanden auf Kläranlagenstandorten in unterschiedlichen Klimazonen statt (siehe unten stehende Karte).

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Bau von Tropfkörpern in Brasilien (Foto: Fuhrmann)

17 Partner in sieben Unterverbünden

In dem Verbundprojekt waren insgesamt sechs deutsche Universitäten und elf Industriepartner in sieben Unterverbünden zu den oben genannten Untersuchungsschwerpunkten eingebunden. Das in 2012 gestartete Gesamtvorhaben hatte eine Laufzeit bis Oktober 2016. Ergänzende Tätigkeiten zur Ergebnisverbreitung laufen bis Oktober 2017.

Aufbauend auf früherem Forschungsverbundprojekt

In das Projekt flossen zudem Ergebnisse aus früheren BMBF-geförderten Vorhaben des Verbundprojekts „Exportorientierte Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet Abwasser“ ein (siehe dazu Projekt-Website beim früheren Verbundkoordinator Ruhr-Universität Bochum).

Erarbeitung des DWA-Themenbandes T4/2016

Die Ergebnisse, insbesondere die praxistauglichen Bemessungsalgorithmen, wurden in Form des international orientierten DWA-Themenbandes T4/2016 aufbereitet und ergänzen das bestehende Regelwerk der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA). In dem Themenband wurden Bemessungsansätze und betriebliche Hinweise sowie Beispielberechnungen für gängige Abwasserverfahren zusammengestellt. Die Erarbeitung erfolgte durch die projektbegleitend tätige DWA-Arbeitsgruppe BIZ-11.3 „Bemessung von Kläranlagen in warmen und kalten Klimazonen“, die im Mai 2012 gegründet wurde.

Stärkung der Exportposition deutscher Akteure im Abwassersektor

Die Erweiterung der deutschen Bemessungsregeln ermöglicht eine angepasste und wirtschaftliche Auslegung von Abwasseranlagen in anderen Ländern. Damit trägt das Projekt zu einer besseren Positionierung deutscher Anbieter beim weltweiten Export von Abwassertechnologien bei.

Projektlaufzeit

BMBF-geförderte Laufzeit: 01/2012 – 10/2016. Die Ergebnisverbreitung erfolgt auch über diesen Zeitraum hinaus.

Förderung durch das BMBF

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) förderte das Verbundprojekt mit einer Zuwendung von 7,5 Mio. € (Förderkennzeichen 02WA1252A – 02WA1252S), bei Gesamtprojektkosten von 9,7 Mio. €.
 

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Kläranlage in China (Foto: IWAR)

Gefördert vom BMBF

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